Über das Loslassen von Freunden…

Du siehst irgendwie anders aus. Du erzählst von neuen Partys, auf denen ich noch nie war, und von deinen neuen Freunden aus dem Internet, die ich allesamt nicht kenne. Wie cool alle nur noch sind. Wie viel einfacher es ist sich im Internet Preis zu geben. Und das du inmitten von allem bist. Ich lese deine Texte und denke mir, wer schreibt dort und mit wem spreche ich in Wirklichkeit? Du wirst anders als früher. Du bist anders geworden.

Du bist meine Freundin. Bist du doch oder? Ich bin mir nicht mehr sicher, ob wir noch Freunde sind. Mein Bauchgefühl und mein Kopf missverstehen sich wenn es um dich geht. Denn ich weiß nicht ob du noch derselbe Mensch bist, den ich im Herzen eingeschlossen hatte. Ob das Band, was uns verbindet noch nicht gerissen ist. Irgendjemand drängt sich zwischen uns, den ich nicht mag und der dich eigentlich auch nicht mag. Jemand der dich einnimmt und alles Schöne an dir verschlingt. Dein neues Ich.

Ich weiß nicht mehr wie ich mich verhalten sollt, wenn wir reden. Denn ich will mit deinem alten Ich reden, nicht mit dem neuen. Denn das Neue passt nicht zu dir. Ich möchte nicht dessen Freund sein. Deine Freunde aus dem Internet mögen dein neues Ich, denn sie haben es geformt. Aber sie kennen nicht die andere Seite von dir, die bessere Seite.

Einmal bin ich schon gefallen und aufgekommen. Ich möchte dir diesen Weg ersparen, denn es wird nichts geben das dir Halt bieten kann. Ich versuche dich davor zu bewahren, aber du willst es nicht hören. Natürlich. Es ist dein Leben. Deine Entscheidungen. Deine Augen die dich täuschen. Und ich – ich ziehe mich zurück. Ich sehe dir beim Fallen zu. Ich lasse dich fallen. Du lachst während du fällst. Du lachst laut und herzlich. Du bist noch nicht aufgeprallt.

Und ich lese von den coolen neuen Dingen, den noch viel cooleren neuen Freunden und heimlich nehme ich Abschied. Von Dir, meiner Freundin. Von dem Menschen, der du nicht mehr bist.

t.